Shopware Rechnung erstellen: Was Shopware 6 selbst kann und was fehlt
Shopware 6 bringt eine eigene Belegfunktion mit: Rechnung, Stornorechnung, Gutschrift und Lieferschein entstehen als PDF mit eigenem Nummernkreis. Seit Version 6.6.10 kann Shopware die Rechnung auch als ZUGFeRD-E-Rechnung nach EN 16931 ausgeben. Nicht abgedeckt sind der Abgleich mit Zahlungen und Gebühren der Zahlungsanbieter, ein DATEV-Export im Kern und die Frage, ob die Ablage GoBD-konform ist.
Was Shopware 6 selbst kann
Anders als Shopify hat Shopware 6 eine eigene Belegfunktion. Aus einer Bestellung erzeugst du im Admin eine Rechnung, einen Lieferschein, eine Gutschrift oder eine Stornorechnung. Jede Belegart zieht ihre Nummer aus einem eigenen Nummernkreis, das Layout kommt aus einem Twig-Template, das du mit Logo, Absender und Fußzeile anpasst. Über den Flow Builder lässt sich die Rechnung auch automatisch bei einem Statuswechsel erzeugen und verschicken.
Mit Version 6.6.10 kam die E-Rechnung in den Kern. Shopware schreibt die Rechnung dann zusätzlich als ZUGFeRD nach EN 16931, als eigene XML-Datei oder eingebettet in das PDF. Seit Shopware 6.7 ist ZUGFeRD kein eigener Belegtyp mehr, sondern ein Format, das du je Belegart für Rechnung, Stornorechnung und Gutschrift einstellst. Mit 6.7 wurden außerdem Rechenregeln in der XML korrigiert, die zuvor bei der Validierung auffallen konnten. Wer eine ältere Version betreibt, bekommt die E-Rechnung nur über eine Erweiterung.
Das ist mehr, als die meisten Shopsysteme mitbringen. Offen bleibt, was nach dem Erzeugen des Belegs passiert.
Wo Lücken bleiben
Zahlungen und Gebühren. Die Shopware-Rechnung kennt nur die Bestellung. Was beim Zahlungsanbieter wirklich passiert ist, also Auszahlungen von Stripe, Mollie oder PayPal, einbehaltene Gebühren, Teilerstattungen und Rückbuchungen, muss jemand Monat für Monat gegen die Rechnungen abgleichen. Genau dort entstehen die Stunden, die deine Steuerkanzlei jeden Monat abrechnet.
DATEV. Einen DATEV-Export bringt Shopware im Kern nicht mit. Wer Buchungsstapel und Belege an die Steuerkanzlei übergeben will, braucht eine Erweiterung oder exportiert von Hand.
Archiv. Die Belege liegen in deiner Shopware-Installation. Ob das den GoBD genügt, hängt davon ab, wie dein Hosting, die Zugriffsrechte und die Verfahrensdokumentation aussehen. Eine unveränderbare Ablage mit Prüfsumme ist das nicht von allein.
Leistungsdatum und Zeitpunkt. Wann die Rechnung entsteht, legst du selbst fest, von Hand oder per Flow. Bei Vorkasse gehört sie hinter den Zahlungseingang, bei Ware mit dem Versanddatum als Leistungsdatum. Diese Regeln baust du im Flow Builder nach und pflegst sie bei jeder neuen Zahlart mit.
Drei Wege im Vergleich
Nur die Shopware-Belegfunktion
Sie reicht, wenn du wenige Bestellungen hast, eine aktuelle Shopware-Version nutzt und Zahlungsabgleich wie DATEV-Übergabe von Hand erledigst. Achte darauf, ab 2027 im B2B die E-Rechnung zu nutzen: Ein reines PDF erfüllt dann die E-Rechnungspflicht nicht mehr.
Belegfunktion plus Erweiterungen
Für DATEV, erweiterte E-Rechnungsprofile oder die Buchhaltungssoftware gibt es Erweiterungen im Shopware Store. Das funktioniert. Es verteilt die Rechnungsstrecke aber auf mehrere Plugins, und jedes davon muss bei einem Shopware-Update mitziehen, bevor du das Update einspielen kannst.
Rechnungen außerhalb des Shops
Ein eigenes Werkzeug übernimmt Rechnung, Archiv und DATEV und liest die Bestellungen aus Shopware. Der Shop bleibt schlank, und die Buchhaltung hängt nicht an Plugin-Versionen.
Der automatische Weg mit Rechnungskit
Rechnungskit verbindet sich über die Admin-API mit Shopware 6, ohne Plugin im Shop. Es liest Bestellungen, Zahlstatus und Lieferstatus alle 15 Minuten, auf Wunsch sofort über eine Flow-Builder-Aktion (Shopware Commercial/Evolve). Aus Zahlung und Bestellung entsteht die E-Rechnung als ZUGFeRD, für Behörden mit Leitweg-ID als XRechnung, mit dem Versanddatum als Leistungsdatum, lückenlosem Nummernkreis, revisionssicherem Archiv und fertigem DATEV-Export. Vorkasse und Kauf auf Rechnung sind eingebaut, Erstattungen und Stornos über den Zahlstatus ebenfalls.
Nutzt du Rechnungskit, schaltest du die Shopware-Rechnung für diese Bestellungen ab, damit nicht zwei Nummernkreise nebeneinander laufen. Wie die Anbindung eingerichtet wird, zeigt die Seite zur Shopware-Integration.
Häufige Fragen
Dieser Beitrag erklärt allgemeine Zusammenhänge und ist keine Steuerberatung (§ 5 StBerG). Rechnungskit richtet sich an in Deutschland ansässige Unternehmen und bereitet Belege, Steuersätze und Buchungen automatisch auf. Die steuerliche Bewertung im Einzelfall bleibt deine Entscheidung, im Zweifel gemeinsam mit deiner Steuerkanzlei.
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