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Geldtransitkonto: PayPal, Stripe, Klarna, Mollie und Shopify Payments in DATEV buchen

Ein Geldtransitkonto bildet Geld ab, das unterwegs ist: Zahlungsanbieter wie PayPal, Stripe, Klarna oder Shopify Payments nehmen die Zahlung deines Kunden an, ziehen ihre Gebühr ab und überweisen den Rest später gebündelt. Gebucht wird die Zahlung in voller Höhe auf das Geldtransitkonto, die Gebühr als Aufwand und die Auszahlung auf die Bank. Danach steht das Konto auf null. Im DATEV-Standardkontenrahmen heißt es Geldtransit, im SKR03 mit der Nummer 1360, im SKR04 mit 1460. Üblich ist ein eigenes Geldtransitkonto je Anbieter, weil nur so am Monatsende sichtbar ist, wer noch etwas schuldet.

Bezahlt ein Kunde per PayPal, Karte oder Klarna, landet das Geld nicht sofort auf deinem Bankkonto. Der Zahlungsanbieter nimmt es an, zieht seine Gebühr ab und überweist Tage später einen Sammelbetrag. Auf dem Kontoauszug steht dann eine Summe, die zu keiner einzelnen Rechnung passt. Dafür gibt es in der Buchhaltung das Geldtransitkonto.

Was ein Geldtransitkonto ist

Das Geldtransitkonto nimmt Geld auf, das unterwegs ist. Jede Zahlung deines Kunden bucht in voller Höhe darauf, unabhängig davon, was später ankommt. Die Gebühr des Anbieters geht als Aufwand wieder hinaus, die Auszahlung an die Bank ebenso. Sind alle drei gebucht, steht das Konto auf null.

Prinzip · eine Zahlung über 119,00 €
Rein, raus, null
Kunde zahlt
PayPalStripeKlarna
119,00 €der volle Betrag der Rechnung, gegen die Forderung an den Kunden
Geldtransit des Anbieters
  1. Zahlung+119,00 €
  2. Gebühr−2,50 € an den Aufwand
  3. Auszahlung−116,50 € an die Bank
  4. Saldo0,00 €
Ergebnis
Rechnungbezahlt, offener Posten ausgeglichen
Bank116,50 € als Teil einer Sammelauszahlung
Aufwand2,50 € Gebühr
Die Gebühr ist ein Beispielwert. Echte Auszahlungen fassen viele Zahlungen, Gebühren und Erstattungen zusammen.

Im DATEV-Standardkontenrahmen heißt das Konto Geldtransit, im SKR03 mit der Nummer 1360, im SKR04 mit 1460. Weitere Anbieter bekommen die folgenden Nummern, etwa 1361 und 1362. Welche Nummer welcher Anbieter bekommt, legt deine Steuerkanzlei fest.

Buchungssätze in SKR03 und SKR04

Fünf Vorgänge decken fast alles ab. Die Konten sind die üblichen Standardkonten, deine Steuerkanzlei kann andere verwenden.

Vorgang Buchungssatz SKR03 SKR04
Zahlung kommt an Geldtransit an Debitor 1360 an 1400 1460 an 1200
Anbieter behält Gebühr Nebenkosten des Geldverkehrs an Geldtransit 4970 an 1360 6855 an 1460
Auszahlung auf die Bank Bank an Geldtransit 1200 an 1360 1800 an 1460
Erstattung an den Kunden Debitor an Geldtransit 1400 an 1360 1200 an 1460
Rücklastschrift oder Chargeback Debitor an Geldtransit 1400 an 1360 1200 an 1460

Die Rechnung selbst bucht wie jede andere: Debitor an Erlöse. Bei einer Erstattung kommt die Stornorechnung dazu, die den Erlös korrigiert. Eine Rücklastschrift lässt die Forderung wieder aufleben, eine Stornorechnung entsteht dabei nicht, solange der Kunde die Ware behält.

Umsatzsteuer auf die Gebühren je Anbieter

Die Gebühr ist eine Leistung des Zahlungsanbieters an dich. Wie die Umsatzsteuer darauf zu behandeln ist, hängt davon ab, wo der Anbieter sitzt und ob seine Leistung steuerfrei ist:

Kurzprüfung · Gebühren der Anbieter
Welche Steuer gilt auf die Gebühr?
Stripe, Mollie, GoCardlessAbrechnung aus dem EU-Ausland ohne Umsatzsteuer, du schuldest sie nach § 13b UStG selbst
Reverse Charge
Klarnaje nach Abrechnung Reverse Charge oder 19 % deutsche Umsatzsteuer auf den Gebühren, steht auf der Abrechnung
laut Abrechnung
PayPalüberwiegend als steuerfreie Leistung im Zahlungsverkehr behandelt, dann ohne Reverse Charge
steuerfrei
Unzerdeutsches Zahlungsinstitut, § 13b greift nicht
kein Reverse Charge
Die Einordnung je Anbieter ist eine Voreinstellung. Maßgeblich sind die Abrechnung des Anbieters und die Prüfung durch deine Steuerkanzlei.

Bei Reverse Charge schuldest du die Steuer auf die Gebühr selbst (§ 13b Abs. 1 und 5 UStG) und ziehst sie bei vollem Vorsteuerabzug im selben Monat wieder ab. In DATEV erledigt das ein Steuerschlüssel auf dem Gebührenkonto, üblich ist 506. Für eine steuerfreie Leistung, etwa im Zahlungsverkehr nach § 4 Nr. 8 Buchst. d UStG, schuldest du nach § 13b keine Steuer. Kleinunternehmer schulden die Steuer nach § 13b ebenfalls, ziehen sie aber nicht ab (§ 19 Abs. 1 UStG). Im Detail für Stripe erklärt das der Artikel Stripe-Gebühren buchen.

Die Anbieter im Einzelnen

Alle Anbieter folgen demselben Prinzip. Unterschiede gibt es darin, wie sie abrechnen:

  • Stripe zieht die Gebühr je Zahlung ab und zahlt in festen Abständen aus. Mehr unter Stripe DATEV-Schnittstelle.
  • Shopify Payments zahlt Online- und Kassenumsätze in einer Auszahlung aus, Details unter Shopify und DATEV.
  • PayPal behält das Geld auf deinem PayPal-Konto, bis es abgehoben wird. Über PayPal laufen oft auch Einkäufe und Zahlungen ohne Bestellung, deshalb führen manche Steuerkanzleien PayPal wie ein Bankkonto, mit Saldo am Monatsende. Mehr unter PayPal in DATEV.
  • Klarna rechnet Gebühren je Auszahlung ab, einschließlich späterer Gebührenkorrekturen.
  • Mollie rechnet Gebühren gesammelt je Auszahlung ab, nicht je Transaktion.
  • Unzer stellt Gebühren in eigenen Rechnungen. Die Gutschrift auf dem Bankkonto bucht die Steuerkanzlei aus dem Kontoauszug.
  • GoCardless zieht SEPA-Lastschriften ein, die Gebühren laufen über die Auszahlung.

Wie die Daten nach DATEV kommen

Damit die Steuerkanzlei buchen kann, braucht sie zu jeder Auszahlung die Einzelposten: welche Zahlungen, Gebühren und Erstattungen darin stecken. Dafür gibt es drei Wege:

  1. Abrechnungen von Hand: Die Steuerkanzlei lädt die Berichte der Anbieter herunter und bucht daraus. Das ist bei wenigen Transaktionen machbar.
  2. DATEV Datenservice Zahlungsdienstleister: DATEV überträgt die Zahlungsdaten von PayPal, Amazon, Amazon Pay, eBay, Klarna, Mollie, Shopify und Stripe ins Rechnungswesen, ordnet sie Rechnungsbuchungen zu und stellt sie als Buchungsvorschläge bereit (DATEV). Die Rechnungsbuchungen müssen dafür bereits vorhanden sein.
  3. Buchungsstapel aus der Rechnungssoftware: Kennt die Software Rechnung und Zahlung, liefert sie Erlöse, Zahlungen, Gebühren und Auszahlungen fertig gebucht, meist als DATEV-Buchungsstapel.

Für Gebühren und Auszahlungen gibt es keine Rechnung des Kunden. Einen Beleg braucht trotzdem jede Buchung (GoBD, Rz. 61 ff.), etwa die Abrechnung des Anbieters oder einen Eigenbeleg aus seinen Daten.

Monatsabschluss: steht das Konto auf null?

Am Monatsende zeigt das Geldtransitkonto, was noch unterwegs ist. Ein Saldo in Höhe einer Auszahlung, die erst im Folgemonat ankommt, ist richtig. Alles darüber hinaus heißt meist: Eine Buchung fehlt. Typische Ursachen sind eine Gebührenkorrektur, eine Erstattung ohne Buchung, eine Rücklastschrift oder eine Zahlung ohne passende Bestellung.

Zahlungsanbieter mit Rechnungskit

Rechnungskit holt Zahlungen, Gebühren und Auszahlungen direkt bei den verbundenen Anbietern ab, ordnet jede Zahlung ihrer Rechnung zu und zerlegt jede Auszahlung in ihre Posten. Im DATEV-Export führt jeder Anbieter ein eigenes Geldtransitkonto:

Rechnungskit, DATEV-Einstellungen, Reiter Zahlungskonten: oben der Hinweis Geldtransit-Konten mit den hier verwendeten Konten 1460 Stripe, 1461 Mollie, 1462 PayPal, 1463 Unzer, 1464 GoCardless und 1465 Klarna, darunter die Zuordnungen mit Namen wie Rücklastschrift Mollie oder Gebühren PayPal, je einer Zeile, wann die Buchung entsteht, der internen Kennung klein darunter, einem ⓘ und unter jeder Kontonummer ihrer Rolle wie Geldtransit Mollie, Debitor oder Bank

  • Zahlungen, Gebühren, Auszahlungen, Erstattungen und Rücklastschriften stehen in einem eigenen Zahlungsstapel, getrennt von den Erlösen.
  • Die Steuerschlüssel auf den Gebühren sind je Anbieter vorbelegt, deine Steuerkanzlei kann sie ändern.
  • Zu jeder Auszahlung erzeugt Rechnungskit einen Auszahlungsbeleg als PDF, auf den die Gebühren- und Auszahlungsbuchung per Beleglink zeigt.
  • Für PayPal und Stripe gibt es einen Saldenabgleich zum Monatsende und einen Kontoauszug im Bereich der Steuerkanzlei.
  • Passt eine Auszahlung nicht auf den Cent, siehst du eine Aufgabe statt einer stillen Rundung.

Die Konten und alle Zuordnungen erklärt die Hilfe DATEV für Steuerkanzleien. Die Verbindungen zu den Anbietern stehen unter PayPal, Stripe, Klarna, Mollie und Unzer, der Export unter DATEV-Export.

Häufige Fragen

Vorgeschrieben ist das nicht. Mit einem gemeinsamen Konto siehst du am Monatsende aber nur eine Summe und nicht, welcher Anbieter sie schuldet. Im DATEV-Standardkontenrahmen folgen weitere Geldtransitkonten auf 1360 (SKR03) beziehungsweise 1460 (SKR04), etwa 1361 und 1362 oder 1461 und 1462.
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Rechnungskit ist keine Steuerberatung und keine Rechtsberatung. Dieser Beitrag erklärt allgemeine Zusammenhänge und ersetzt weder die Beratung durch deine Steuerkanzlei (§ 5 StBerG) noch eine Rechtsberatung (§ 3 RDG). Rechnungskit richtet sich an in Deutschland ansässige Unternehmen und bereitet Belege, Steuersätze und Buchungen automatisch auf. Wie dein Einzelfall zu bewerten ist, entscheidest du, im Zweifel gemeinsam mit deiner Steuerkanzlei oder einer Anwaltskanzlei.

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