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Rechnungskit

Zahlungen, Zuordnung und Auszahlungs-Abgleich

Aktualisiert am

Rechnungskit ordnet jede eingehende Zahlung automatisch der passenden Bestellung zu. Was nicht eindeutig ist, landet nie stillschweigend im Nichts, sondern als Aufgabe in der Klärungsliste.

Diese Seite erklärt, wie die Zuordnung arbeitet, was die Status einer Zahlung bedeuten, wie du Klärfälle löst und wie Rechnungskit die Auszahlungen deiner Zahlungsanbieter in ihre Bestandteile zerlegt.

Zahlung · Zuordnung · Beleg
Von der Zahlung zum Beleg
Eingang
Zahlungvom Zahlungsanbieter, per Webhook oder Abruf
Bestellungaus der Matching-Quelle, etwa deinem Shop
Zuordnung, in dieser Reihenfolge
  1. Zahlungsreferenzvom Shop oder deiner Anwendung mitgegeben
  2. Bestellnummer in den Metadatenzum Beispiel custom_id bei PayPal
  3. Bestellnummer im Verwendungszweckoder in der Beschreibung der Zahlung
Ergebnis
AbgestimmtRechnung entsteht, bei Ware mit dem Versand
Wartet auf SyncBestellung noch nicht da, der nächste Abgleich löst es meist
Zu prüfenAufgabe in der Klärungsliste unter /payments
Gesucht wird nur in der Matching-Quelle, die du je Zahlungsanbieter festlegst. Die Status im Einzelnen stehen unter Was die Status bedeuten.

Wie die Zuordnung arbeitet

Die Zuordnung versucht mehrere Wege, in dieser Reihenfolge:

  1. Zahlungsreferenz: die vom Shop oder deiner Anwendung mitgegebene Referenz der Zahlung.
  2. Bestellnummer aus den Metadaten der Zahlung (zum Beispiel custom_id bei PayPal).
  3. Bestellnummer im Verwendungszweck beziehungsweise der Beschreibung der Zahlung.

Unter Verbindungen → Connect siehst du je Zahlungsanbieter eine Vorschau, ob die Zuordnung mit deinen echten Daten greift.

Die Matching-Quelle muss zu deinem Shop passen

Je Zahlungsanbieter legst du unter Verbindungen → Connect fest, woher die Bestelldaten kommen, zum Beispiel Shopify, WooCommerce, Shopware oder Stripe Abos. In dieser Quelle sucht Rechnungskit die passende Bestellung, und nur dort.

Steht dort API, obwohl deine Bestellungen aus einem Shop kommen, sucht jede Zahlung in einem leeren Bestand. Gefunden wird nichts, ein Beleg entsteht nicht. Weil der Abgleich technisch sauber durchläuft, erscheint nicht einmal eine Fehlermeldung. Der Ausfall fällt nur daran auf, dass die Zahlungen unzugeordnet liegen bleiben.

Deshalb hilft Rechnungskit an zwei Stellen:

  • Warnung: An der Verbindung erscheint ein Hinweis, wenn die Quelle auf API steht und gleichzeitig ein Shop verbunden ist.
  • Voreinstellung: Legst du einen Anbieter neu an und ist genau ein Shop verbunden, wird dieser Shop direkt als Quelle eingestellt.

Bleiben viele Zahlungen ohne erkennbaren Grund als „Zu prüfen“ liegen, sieh hier zuerst nach. Nach dem Umstellen holt „Alle abgleichen“ die liegengebliebenen Zahlungen nach und erstellt die fehlenden Belege.

Direkte PayPal-Zahlungen und die Bestellnummer

PayPal-Zahlungen tragen die Bestellnummer nur, wenn der Shop-Checkout sie in das PayPal-Feld invoice_id (oder custom_id) schreibt. WooCommerce (Invoice Prefix) und Shopware tun das standardmäßig. Einfache PayPal-Buttons tun es oft nicht, dann greift die Zuordnung über Betrag und E-Mail.

PayPal bei Shopify

Bei Shopify ist das Feld unterschiedlich belegt. Ein Teil der Zahlungen trägt die echte Bestellnummer, beim Rest steht dort ein interner Schlüssel der Checkout-Sitzung, zu dem es keine Bestellnummer gibt.

Für diese Zahlungen fragt Rechnungskit die Bestellung direkt bei Shopify ab und liest die dort hinterlegte PayPal-Transaktionsnummer. Sie verbindet Bestellung und Zahlung eindeutig. Zugeordnet wird also über die Transaktionsnummer, nicht über Betrag und Zeit geschätzt. Einstellen musst du nichts, die bestehende Shopify-Verbindung genügt.

PayPal über einen anderen Anbieter

PayPal läuft über Maßgebliche Quelle Was mit der direkten PayPal-Verbindung passiert
Mollie oder Stripe die Mollie- oder Stripe-Verbindung Sie würde dieselben Zahlungen doppelt erfassen. Rechnungskit erkennt das Duplikat und stuft es automatisch als Kein Umsatz ein. Empfehlung: direkte Verbindung trennen
Unzer die Unzer-Verbindung Eine automatische Duplikat-Erkennung ist technisch nicht möglich, weil Unzer die PayPal-Transaktionsnummer nicht ausgibt. Rechnungskit warnt und empfiehlt ebenfalls, die direkte Verbindung zu trennen

Unzer-Zahlungen und die Bestellnummer

Unzer-Zahlungen tragen die Bestellnummer nur, wenn das Unzer-Modul des Shops sie als Order-ID übergibt. Die Unzer-Module für Shopware und WooCommerce tun das standardmäßig, bei anderen Shops prüfst du die Modul-Konfiguration. Zusätzlich muss der Shop als Matching-Quelle der Unzer-Verbindung gewählt sein.

Der 4-Stunden-Abgleich deckt Unzer ebenfalls ab. Bekannte Zahlungen der letzten 48 Stunden werden neu abgerufen, und aktuelle Bestellungen ohne Unzer-Zahlung fragt Rechnungskit direkt bei Unzer an.

Was die Status bedeuten

Jede Zahlung unter /payments trägt genau einen Status.

Status Bedeutung Was du tust
Abgestimmt Die Zahlung ist einer Bestellung zugeordnet. Nichts
Zu prüfen Hier fehlt noch etwas, damit die Rechnung entstehen kann. Unter den Karten steht, welcher Grund wie oft vorkommt. Je nach Grund, siehe unten
Wartet auf Sync Die Zahlung ist da, die zugehörige Bestellung noch nicht. Zahlung und Bestellung kommen aus verschiedenen Quellen und treffen oft zeitversetzt ein. Die Zeile zeigt dann „Wartet auf Bestellung“, und auf dem Dashboard erscheint keine Aufgabe. Auch eine Rate auf eine Stripe-Rechnung, die bei Stripe noch offen ist, wartet hier. Nichts. Trifft die Bestellung ein, ordnet Rechnungskit zu. Fehlt sie nach 24 Stunden noch, wechselt die Zahlung zu „Zu prüfen“.
Erstattung Eine Rückzahlung an den Kunden. Bei Bedarf ist die zugehörige Korrekturrechnung bereits entstanden. Nichts
Kein Umsatz Bewusst als nicht umsatzwirksam abgelegt, etwa Umbuchungen, Kartenverifizierungen über 0,00 € oder durchlaufende Posten. Nichts
Historisch Die Zahlung stammt aus der Zeit vor deinem Belegstart. Nichts, siehe unten
USt-IdNr.-Prüfung läuft / Entscheidung nötig Die qualifizierte BZSt-Prüfung der Kunden-USt-IdNr. steht noch aus beziehungsweise braucht deine Entscheidung, bevor die Rechnung entsteht. Bei „Entscheidung nötig“ entscheiden

Unter „Zu prüfen“ teilt Rechnungskit die Zahlungen nach Grund auf. Ein Klick auf einen Grund zeigt nur diese Zahlungen:

Grund Was du tust
MwSt. klären Firmenkunde aus dem EU-Ausland mit USt-IdNr. Die Bestellung ist gefunden, die Rechnung wartet auf deine Entscheidung. „Entscheiden“ führt zur Seite „Mit oder ohne MwSt.?“. Solange das BZSt noch prüft, steht die Zahlung unter „Wartet“. Bis zur Entscheidung zählt sie nicht als „Abgestimmt“.
ohne Bestellung Keine Referenz gefunden. „Zuordnen“ zu einer Bestellung oder als „Kein Umsatz“ ablegen.
Empfängerdaten fehlen Name oder Rechnungsanschrift fehlen. „Daten anfordern“ oder im Shop bzw. bei Stripe ergänzen.
Rechnung blockiert Die Bestellung ist gefunden, die Rechnung kann aber noch nicht entstehen, etwa wegen einer offenen steuerlichen Einordnung. Der Grund steht in der Zeile.
Sonstiges Keine offene Aufgabe. „Abgleichen“ prüft die Zahlung erneut.

Raten auf Stripe-Rechnungen

Überweist ein Kunde in Raten auf eine Stripe-Rechnung, verrechnet Stripe jede Überweisung aus dem Guthaben des Kunden mit der Rechnung. Solange die Rechnung bei Stripe offen ist, gibt es noch keine Bestellung und keinen Beleg. Diese Raten stehen unter „Wartet“, die Zeile nennt die Stripe-Rechnung und den offenen Betrag. Meldet Stripe die Rechnung als bezahlt, entsteht der Beleg und alle Raten werden ihm zugeordnet. Du musst dafür nichts tun.

Stammt die Stripe-Rechnung von vor deinem Belegstart, hat sie das Altsystem ausgestellt. Ihre Raten stehen dann unter „Historisch“, Rechnungskit stellt keinen zweiten Beleg aus. Bei Stripe-Rechnungen zählt dafür das Datum, an dem Stripe die Rechnung abgeschlossen hat.

Nennt eine Zahlung keine Rechnung (weder Verknüpfung noch Rechnungsnummer), ist sie nicht automatisch eine Rate: Sie kann auch eine Vorauszahlung, eine Aufladung des Guthabens oder ein neuer Verkauf sein. Sie bleibt deshalb unter „ohne Bestellung“, und die Zeile nennt die offenen Stripe-Rechnungen des Kunden. Wende die Zahlung in Stripe auf die richtige Rechnung an, ordne sie hier zu oder wähle „Ignorieren (extern abgerechnet)“, wenn sie zu einer Rechnung aus dem Altsystem gehört.

Status unter /payments
Wo du handeln musst und wo nicht
Erledigt
Abgestimmt, Erstattung, Kein Umsatz, Historisch
Für dichnichts zu tun
Wartet
Wartet auf Sync, USt-Prüfung läuft
Für dichmeist von selbst gelöst
Du bist dran
Zu prüfen, Entscheidung nötig
Für dichzuordnen oder entscheiden
Die Bedeutung jedes Status steht in der Tabelle darüber.

Abgestimmt: Rechnung oder „Nach Versand“

  • Steht in der Spalte Rechnung eine Nummer, ist die Rechnung erstellt.
  • Steht dort „Nach Versand“, entsteht die Rechnung erst beim Versand (Leistungsdatum = Versanddatum). Ob versendet ist, siehst du an der Bestellung. Die Bestellnummer in der Zeile führt direkt dorthin.

In beiden Fällen ist nichts zu tun.

Historisch

Die Zahlung stammt aus der Zeit VOR deinem Belegstart. Dein bisheriges System hat sie schon fakturiert. Rechnungskit lädt sie nur, damit die Auszahlungen aufgehen: kein Beleg, keine Aufgabe, nichts zu tun.

Du kannst eine ungeklärte Zahlung auch selbst so ablegen, über das Menü der Zahlung → Ignorieren oder den Link im Zuordnen-Dialog. Das ist richtig, wenn ihre Bestellung vor dem Systemstart liegt und im Altsystem abgerechnet wurde. Die Aufgabe schließt sich, die Entscheidung wird protokolliert und ist über „Wieder öffnen“ umkehrbar.

Wenn etwas nicht passt

Jeder Klärfall erscheint als Aufgabe unter /payments. Rücklastschriften und Auszahlungs-Abweichungen landen ebenfalls dort.

Zahlung ohne Zuordnung

Zahlungen ohne zuordenbare Bestellung erscheinen als Aufgabe „Zahlung ohne Zuordnung“. Dort ordnest du manuell zu oder klärst den Fall.

Häufigster Grund: Die Zahlung war schneller als der Shop-Abgleich, die Bestellung ist einfach noch nicht da. Bei WooCommerce gehst du so vor:

  1. Im Zuordnen-Dialog die Bestellnummer eintippen.
  2. „Bestellung jetzt aus dem Shop laden“ klicken, die Bestellung kommt sofort.
  3. Die Zuordnung wie gewohnt mit „Rechnung erstellen“ bestätigen.

Webhook-Verbindung still

Meldet dein Shop Bestellungen mit einem Zahlungsanbieter, von dem Rechnungskit seit der Verbindung keine einzige Zahlung erhalten hat (weder Webhook noch Abruf), erscheint die Aufgabe „Webhook-Verbindung still“. Sie enthält den konkreten Prüfhinweis. Bei PayPal etwa: „Transaction Search“ auf der REST-App aktivieren, und die App muss zum Konto gehören, auf dem die Shop-Zahlungen landen.

Rechnung kann nicht entstehen

Fehlt etwas für die Rechnung, etwa ein USt-Satz, vollständige Empfängerdaten oder deine Firmendaten, wird die Zahlung gehalten. Die Aufgabe verlinkt direkt die Einstellung, die fehlt.

Käuferdaten anfordern

Bei unvollständigen Empfängerdaten holst du die Anschrift direkt vom Käufer.

  1. „Daten anfordern“ an der Aufgabe schickt ihm eine E-Mail mit einem Link, in deinem Namen als Absender. Über den Link ergänzt er seine Rechnungsanschrift ohne Login.
  2. Ist keine E-Mail-Adresse bekannt, kopierst du den Link mit „Link kopieren“ und sendest ihn selbst, etwa per Chat.
  3. Sobald der Käufer die Daten übermittelt, entsteht der Beleg automatisch und die Aufgabe schließt sich.

Der Link bleibt gültig. Ein erneuter Klick auf „Daten anfordern“ sendet denselben Link noch einmal. Die Zeile zeigt „Angefordert am“ bzw. „Käuferdaten erhalten am“.

Unvollständige Empfängerdaten
Vom Käufer-Link bis zum Beleg
  1. Aufgabe entstehtZahlung wird gehaltenkein Beleg mit unvollständiger Anschrift
  2. Daten anfordernE-Mail mit Link an den Käuferin deinem Namen, oder automatisch per Belegregel
  3. Käufer antwortetAnschrift ergänzt, ohne Login„Käuferdaten erhalten am“
  4. Sofort danachBeleg entsteht automatischdie Aufgabe schließt sich
Antwortet der Käufer nicht, bleibt die Zahlung gehalten und die Aufgabe offen. Rechnungskit erinnert den Käufer nicht von selbst.

Automatisch senden: Unter Einstellungen, Belegregeln kannst du den Käufer-Link automatisch senden lassen. Dann geht die Anfrage in deinem Namen sofort raus, sobald die Aufgabe entsteht und eine E-Mail-Adresse des Käufers bekannt ist. Das passiert einmal je Zahlung, im Testmodus nie. Die Aufgabe bleibt sichtbar, bis der Käufer geantwortet hat.

Keine Antwort: Antwortet der Käufer nicht, passiert nichts von selbst. Die Zahlung bleibt gehalten, es entsteht kein Beleg, die Aufgabe bleibt offen und erscheint in der Aufgaben-Erinnerung per E-Mail. Rechnungskit erinnert den Käufer nicht automatisch. Du kannst den Link aber jederzeit erneut senden oder die Anschrift selbst im Shop bzw. Stripe-Kundenprofil nachtragen. Danach entsteht der Beleg beim nächsten Abgleich.

Sicherheitsnetz für verlorene Webhooks

Falls ein Webhook verloren ging, gleicht ein Sicherheitsnetz regelmäßig mit der Quelle ab:

Quelle Abgleich
Shopify alle 4 Stunden
WooCommerce alle 4 Stunden, 24-Stunden-Fenster, vollständig seitenweise
Shopify Payments alle 4 Stunden
Shopware wird ohnehin alle 15 Minuten abgerufen

Bei Ware entsteht die Rechnung erst mit dem Versand (Leistungsdatum). Bei Shop-Bestellungen hängt sie deshalb daran, dass auch die Statusänderung „Fertiggestellt“ ankommt.

Aufgaben-Erinnerung per E-Mail

Offene Aufgaben musst du nicht selbst im Blick behalten. Rechnungskit schickt den Inhabern des Kontos eine Übersicht per E-Mail, nach Projekten gruppiert, mit Anzahl und Alter der ältesten Aufgabe. Die Mail kommt nur, wenn tatsächlich etwas offen ist.

Einstellung Wann die Mail kommt
Wöchentlich (Standard) freitags um 8 Uhr
Täglich jeden Morgen um 8 Uhr
Aus nie

Du stellst das unter Einstellungen → „Aufgaben-Erinnerung per E-Mail“ um. Die Auswahl gilt für das ganze Konto und speichert sofort. Jede Erinnerungs-Mail nennt ihren Rhythmus und verlinkt diese Einstellung.

Unabhängig davon meldet sich Rechnungskit sofort per E-Mail, wenn eine Rechnung wegen einer nötigen Entscheidung zurückgehalten wird, etwa bei einer gescheiterten USt-IdNr.-Prüfung. Diese Sofort-Mail lässt sich nicht abschalten.

Auszahlungs-Abgleich

Unter /payouts zerlegt Rechnungskit die Auszahlungen deiner Anbieter in ihre Bestandteile, damit die Buchhaltung aufgeht. Jede Position (Zahlung, Erstattung, Gebühr) wird einzeln ausgewiesen. Gebühren werden nie mit Umsätzen verrechnet.

Beispiel · Beträge erfunden
Eine Auszahlung, zerlegt in ihre Positionen
Auszahlung vom AnbieterBetrag
12 Zahlungen+1.250,00 € jede einer Bestellung zugeordnet
1 Erstattung−59,90 € mit Korrekturrechnung
Gebühren−18,74 € echte Cent-Beträge des Anbieters
Korrekturposition−0,01 € Rundung laut Anbieter-Report
Auszahlung1.171,35 € Summe der Positionen, geht auf den Cent auf
Wenn sie nicht aufgehtFolge
Zahlung fehltbei Stripe und Mollie automatisch nachgeholt
Position ohne ZahlungAufgabe „Positionen ungeklärt“
Differenz bleibtKlärungs-Aufgabe, nie weggerundet
Als geklärt akzeptierenmit Begründung, unveränderlich im Audit-Log
Gebühren stehen immer als eigene Position und werden nie mit Umsätzen verrechnet. Eine akzeptierte Differenz wird aufgehoben, sobald die Auszahlung tatsächlich aufgeht.

Wie die Auszahlungen ankommen

Anbieter So holt Rechnungskit die Auszahlung
Stripe automatisch per Webhook je Auszahlung
Mollie täglich über die Settlements-API (Organisations-Access-Token nötig)
PayPal täglich über die Transaktionshistorie, Abhebungen aufs Bankkonto als Umbuchung
Shopify Payments automatisch über die Shop-Verbindung
Unzer keine Auszahlungs-Schnittstelle, Gebühren kommen aus dem monatlichen ETN-CSV-Upload
Klarna täglich über die Settlements-API (keine Webhooks, Rechnungskit ruft aktiv ab), Gebühr je Transaktion inklusive

Wann die Gebühr je Zahlung erscheint

Die Gebühr je Zahlung erscheint, sobald der Anbieter sie liefert. Bis dahin zeigt die Zahlungsliste „folgt“.

Zeitpunkt Anbieter
sofort mit der Zahlung PayPal
mit dem Sync rund um die Auszahlung Mollie, Stripe, GoCardless, Klarna, Shopify Payments
erst mit dem monatlichen ETN-Import Unzer

Fehlende Zahlungen und Differenzen

Fehlt zu einer Position die Zahlung, typisch bei Verkäufen vor dem Belegstart oder einem verpassten Webhook, holt der Abgleich sie bei Stripe und Mollie automatisch vom Anbieter nach. Das passiert täglich und bei „Alle abgleichen“. Zahlungen vor dem Belegstart erscheinen dabei als „Historisch“ und erzeugen keinen Beleg.

Bleibt trotzdem eine Differenz, kannst du sie mit Begründung als geklärt akzeptieren. Die Entscheidung landet unveränderlich im Audit-Log und wird aufgehoben, sobald die Auszahlung tatsächlich aufgeht. Wie der DATEV-Export eine Differenz bucht, steht unter Abstimmdifferenz.

Ungeklärte Positionen in einer Auszahlung

Geprüft wird nicht nur die Summe, sondern jede einzelne Position. Ungeklärt heißt: Zu dieser Position lässt sich keine Zahlung finden. Die Aufgabe „Positionen ungeklärt“ erscheint deshalb auch dann, wenn die Auszahlung auf den Cent aufgeht.

Positionen ohne Zahlung
Was Rechnungskit selbst klärt und was bei dir landet
Erstattung bei Shopify PaymentsÜber die mitgelieferte Bestellung aufgelöst, wenn sie genau eine Zahlung des Anbieters hat
Automatisch
Erstattung zu einer Bestellung vor dem BelegstartDie Zahlung lief noch im Altsystem
Sichtbar, keine Aufgabe
RückbuchungEigener Vorgang mit eigener Klärung
Eigene Klärung
Ursprüngliche Zahlung fehltErst „Alle abgleichen“, dann von Hand an der Auszahlung zuordnen
Aufgabe

Zwei Fälle klärt Rechnungskit selbst:

  • Erstattungen bei Shopify Payments: Shopify bucht sie unter der Transaktionsnummer der Rückzahlung, während die Korrekturrechnung an der Zahlung der ursprünglichen Bestellung hängt. Weil Shopify auf jeder Buchung die Bestellung mitliefert, löst Rechnungskit die Position darüber auf, sofern diese Bestellung genau eine Zahlung des Anbieters hat. Rückbuchungen bleiben bewusst außen vor, denn sie sind ein eigener Vorgang mit eigener Klärung.
  • Zeit vor dem Belegstart: Zwischen Kauf und Rückzahlung liegen oft Wochen. Eine aktuelle Auszahlung enthält deshalb mitunter Erstattungen zu Bestellungen, die noch im Altsystem abgerechnet wurden, und deren Zahlung hat Rechnungskit nie gesehen. Solche Positionen bleiben sichtbar, halten aber keine Aufgabe offen.

Bleibt eine Aufgabe bestehen, fehlt wirklich etwas, meistens die ursprüngliche Zahlung zu einer erstatteten Bestellung. Dann hilft „Alle abgleichen“ unter /payments. Bleibt die Position danach offen, ordnest du sie an der Auszahlung von Hand zu.

Rundungsdifferenzen bei Gebühren und Auszahlungen

Zahlungsanbieter berechnen Gebühren pro Transaktion und intern mit Bruchteilen von Cents. Mollie und Unzer liefern bis zu vier Nachkommastellen. Aufs Bankkonto fließen aber nur ganze Cents. Deshalb enthalten die Settlement-Reports der Anbieter selbst eigene Korrekturpositionen wie Rounding differences.

So geht Rechnungskit damit um:

  • Echte Beträge: Rechnungskit rechnet Gebühren nie als Prozentsatz nach, sondern übernimmt die echten Cent-Beträge des Anbieters je Transaktion. Intern werden ausschließlich ganze Cents verwendet, keine Fließkommazahlen.
  • Einmal runden: Bei Anbieter-Positionen mit Nachkommastellen (z. B. Mollie-Kosten) wird die Summe exakt gebildet und nur einmal gerundet. Der Rest wird nach dem Größte-Reste-Verfahren auf die Positionen verteilt, damit die Positionssumme immer dem echten Gesamtbetrag entspricht. Rechnungskit erzeugt also keine eigenen Rundungsdifferenzen.
  • Korrekturen des Anbieters: Korrekturpositionen (Rundung, Gebühren-Korrekturen, Steuer auf Gebühren, Einbehalte) werden als eigene Positionen der Auszahlung erfasst.
  • Nie weggerundet: Geht eine Auszahlung trotzdem nicht auf den Cent auf, wird die Differenz als Klärungs-Aufgabe angezeigt. Eine Differenz ist ein Hinweis auf eine fehlende, doppelte oder falsch bewertete Transaktion.

Rundungscent zwischen Shop und Rechnung

Shops runden die Umsatzsteuer je Position, eine E-Rechnung nach EN 16931 rundet sie je Steuersatz. Bei manchen Bruttopreisen ergibt das einen Cent Unterschied. Beispiel: 2 × 19,90 € brutto. Shopify weist 3,17 € + 3,18 € Steuer aus, die Summe der Nettobeträge mal 19 % ergibt 6,36 €, die Rechnung käme so auf 39,81 €.

Rechnungskit gleicht solche Rundungscents an den bezahlten Preis an: Die Rechnung lautet auf 39,80 € mit 6,35 € Umsatzsteuer. Das ist der rechtlich richtige Betrag, denn das Entgelt ist der Bruttopreis abzüglich der Umsatzsteuer (§ 10 Abs. 1 UStG), also 39,80 × 19/119 = 6,35 €. Ein um einen Cent zu hoher Ausweis würde nach § 14c Abs. 1 UStG geschuldet. Bei vielen Artikeln zum selben Satz kann die Rundung je Position auch mehrere Cent ausmachen. Rechnungskit gleicht so viel aus, wie sich aus der Rundung der Positionen erklären lässt: höchstens einen halben Cent je Position. Die Umsatzsteuer entspricht dann der Summe der Positionssteuern im Shop. Beide Rundungswege sind für Rechnungen nach § 14 UStG zulässig, und die Prüfregel BR-CO-17 der EN 16931 lässt diese Abweichung zu.

Angeglichen wird nur reine Rundung. Größere Abstände zwischen Bestellung und Rechnung haben einen Inhalt (Gutschein-Beleg, Erstattung, später ergänzter Versand) und bleiben so, wie berechnet.

Quellen: § 10 UStG, § 14c UStG. Keine Steuerberatung, im Einzelfall entscheidet deine Steuerkanzlei.

Belegstart und Alt-Daten

Rechnungskit erstellt Belege nur für Verkäufe ab dem Belegstart. Du legst ihn einmal beim Go-Live fest (Seite Live gehen): sofort oder geplant auf einen Stichtag, etwa den Monatsersten für einen Systemwechsel. Im Testmodus gilt der Tag der Einrichtung. Unter Einstellungen, Belegregeln siehst du das Datum, ändern lässt es sich dort nicht.

Beispiel · Belegstart am 1. Oktober
Das Bestelldatum entscheidet
  1. Bis 30 Tage davorZahlungen werden geladenals „Historisch“, damit Auszahlungen aufgehen
  2. 30. SeptemberBestellung im Shoprechnet dein bisheriges System ab, auch bei Zahlung oder Versand im Oktober
  3. 1. OktoberBelegstarteinmal beim Go-Live festgelegt
  4. Ab dannBelege aus Rechnungskitfür jede neue Bestellung
Rückwirkend fakturiert Rechnungskit nicht. Eine zweite, nicht identische Rechnung über dieselbe Leistung kann eine zusätzliche Steuerschuld auslösen.

Ältere Zahlungen

Ältere Zahlungen der letzten 30 Tage werden trotzdem geladen. Sie erscheinen als „Historisch“ in der Zahlungsliste und sorgen dafür, dass Auszahlungen aufgehen, die teilweise vor der Umstellung liegen.

Fakturiert werden sie nicht, denn dafür hat das bisherige System schon Rechnungen gestellt. Eine zweite, nicht identische Rechnung über dieselbe Leistung kann dazu führen, dass du die darin ausgewiesene Steuer zusätzlich schuldest (§ 14c Abs. 1 UStG, Abschn. 14c.1 Abs. 4 Satz 5 UStAE).

Maßgeblich ist das Bestelldatum

  • Eine Bestellung vom 30. September, die erst im Oktober bezahlt oder versendet wird, rechnet weiter dein bisheriges System ab. Rechnungskit legt ihre Zahlung als „Historisch“ ab.
  • Über die API angebundene Shops schicken das Bestelldatum im Feld orderedAt mit. Fehlt es, zählt der Eingang der Bestellung bei Rechnungskit.
  • Ordnest du so eine Zahlung selbst einer Bestellung zu, entsteht trotzdem ein Beleg.

Rückwirkend fakturiert Rechnungskit nicht: Stichtag setzen, ab dann alles über Rechnungskit. Brauchst du einen früheren Belegstart, weil für diese Verkäufe noch keine Rechnung existiert, wende dich an den Support.

Grenzen, ehrlich benannt

  • Kein Bankabgleich: Ein Bankkonto-Abgleich (FinTS) ist nicht Teil des Produkts. Grundlage sind die Daten der Zahlungsanbieter und des Shops.
  • 0,00 €: Zahlungen über 0,00 € werden automatisch als Nicht-Umsatz eingestuft und erzeugen keinen Beleg.
  • Fremdwährung: Rechnungen entstehen für EUR, CHF, USD, GBP, SEK, DKK, NOK, PLN und CZK. Der EUR-Steuerbetrag wird mit der Kursmethode des Projekts ermittelt (Voreinstellung für neue Projekte: BMF-Monatskurs des Leistungsmonats, bis zu dessen Veröffentlichung vorläufig der EZB-Tageskurs) und samt Kursdatum auf dem Beleg eingefroren. Andere Währungen (z. B. JPY) sowie Zahlungen, deren Währung nicht zur Bestellung passt, erzeugen keinen Beleg, sondern eine Klärungsaufgabe.

Hinweis auf die AWV-Meldepflicht (Bundesbank)

Wird eine einzelne grenzüberschreitende Zahlung über 50.000 € einer Bestellung zugeordnet (deutscher Verkäufer, ausländischer Zahler), zeigt Rechnungskit auf der Seite Zahlungen einen Hinweis. Als Inländer bist du dafür ggf. gegenüber der Deutschen Bundesbank meldepflichtig: Z4-Meldung nach §§ 67 ff. AWV, Frist ist der 7. Werktag des Folgemonats (§ 71 Abs. 6 AWV).

Wichtig einzuordnen:

  • Nur Statistik: Das ist eine reine Statistikmeldung im Außenwirtschaftsverkehr, keine Steuerpflicht. Sie ändert nichts an deiner Rechnung, an der Umsatzsteuer oder am DATEV-Export.
  • Je Zahlung: Die Grenze von 50.000 € gilt seit dem Meldemonat Januar 2025 (vorher 12.500 €, laut Bundesbank) und wird je einzelner Zahlung geprüft, nicht als Monatssumme (§ 67 Abs. 2 Nr. 1 AWV).
  • Warenexporte: Zahlungen für die Ausfuhr oder Verbringung von Waren sind ausgenommen (§ 67 Abs. 2 Nr. 2 AWV). Der Hinweis erscheint trotzdem, weil Rechnungskit den Zweck der Zahlung nicht sicher einordnen kann.
  • Nicht die ZM: Sie ist nicht zu verwechseln mit der 50.000-Euro-Grenze der Zusammenfassenden Meldung (ZM). Das ist eine andere Meldung an das Bundeszentralamt für Steuern über ELSTER, mit dem AWV-Hinweis hat sie nur die Zahl gemeinsam.
  • Meldung machst du: Rechnungskit weist nur darauf hin und übernimmt die Z4-Meldung nicht. Die Meldung selbst läuft über das Meldeportal der Bundesbank. Die Aufgabe im Klärungsbereich lässt sich nach Erledigung abhaken.

So findest du es in der App

Rechnungskit ist keine Steuerberatung und keine Rechtsberatung. Dieser Beitrag erklärt allgemeine Zusammenhänge und ersetzt weder die Beratung durch deine Steuerkanzlei (§ 5 StBerG) noch eine Rechtsberatung (§ 3 RDG). Rechnungskit richtet sich an in Deutschland ansässige Unternehmen und bereitet Belege, Steuersätze und Buchungen automatisch auf. Wie dein Einzelfall zu bewerten ist, entscheidest du, im Zweifel gemeinsam mit deiner Steuerkanzlei oder einer Anwaltskanzlei.

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