Unzer verbinden
Aktualisiert am
Unzer wird über den Private Key verbunden. Die Besonderheit: Für Gebühren gibt es bei Unzer keine Schnittstelle, sie kommen einmal im Monat per CSV-Upload.
- Meldung als AnstoßRechnungskit liest die Zahlung über deinen Private Key zurück und bucht nur, was die API bestätigt
- Zuordnungüber die Unzer-Order-ID, in die dein Shop-Modul die Bestellnummer schreibt
- Sicherheitsnetzruft regelmäßig nach, falls eine Meldung verloren geht
- ETN-Uploadeinmal im Monat im Monatsbericht, ordnet die Gebühren den Transaktionen zu
Einrichtung
- Deinen Unzer Private Key bereitlegen. Wichtig: Verwende den Live-Key (p-priv-...), auch wenn du Rechnungskit erst testest. Rechnungskit liest nur mit und löst keine Zahlungen aus. Ein s-priv-...-Key verbindet die Unzer-Sandbox, in der deine echten Zahlungen nie erscheinen. Für Checkout und Abos im Testmodus trägst du den Test-Key zusätzlich im Feld „Test-Zugangsdaten“ unter der Karte ein, siehe Checkout und Abos im Testmodus.
- Unter Verbindungen → Connect bei Unzer eintragen. Rechnungskit prüft den Schlüssel gegen die Unzer-API.
- Den Webhook registriert Rechnungskit automatisch bei Unzer (Zahlungs- und Rücklastschrift-Ereignisse).
Sicherheit der Webhooks
Unzer-Webhooks sind nicht signiert. Deshalb übernimmt Rechnungskit niemals Beträge aus der Webhook-Meldung selbst: Jede Meldung ist nur ein Anstoß, die Zahlung authentifiziert über deinen Private Key von der Unzer-API zurückzulesen. Gebucht wird ausschließlich, was die API bestätigt, und nur tatsächlich belastete Beträge (eine reine Autorisierung erzeugt keinen Beleg).
Was automatisch passiert
- Zahlungen aller Unzer-Zahlarten (Karte, Lastschrift, Rechnungskauf, Wallet) werden verarbeitet und zugeordnet, sofern das Unzer-Modul des Shops die Bestellnummer als Unzer-Order-ID übergibt (Shopware- und WooCommerce-Module tun das standardmäßig) und der Shop unter Verbindungen → Connect als Matching-Quelle der Unzer-Verbindung gewählt ist.
- Erstattungen erzeugen automatisch die Stornorechnung.
- Rücklastschriften sind bei Unzer endgültig, sie öffnen den Posten und landen zur Klärung in den Aufgaben, ohne automatischen Storno.
- Ein Sicherheitsnetz ruft regelmäßig nach, falls eine Webhook-Meldung verloren geht.
Gebühren: der monatliche ETN-Upload
Unzer weist Transaktionsgebühren nicht über die API aus, sondern im Einzeltransaktionsnachweis (ETN), der CSV-Datei zu deiner monatlichen Unzer-Rechnung.
- Im MonatZahlungen laufen einper Webhook, Rechnungen entstehen wie gewohnt
- Am 1. des FolgemonatsErinnerungAufgabe im Dashboard und in der Aufgaben-Erinnerung per E-Mail
- Mit der Unzer-RechnungETN-Datei herunterladenbei Paylater zusätzlich die zweite ETN-Datei
- Im MonatsberichtHochladenGebühren je Transaktion zugeordnet, die Aufgabe verschwindet
- Lade die ETN-Datei einmal im Monat im Monatsbericht (/report) hoch; die Upload-Box erscheint dort, sobald Unzer verbunden ist.
- Nutzt du Unzer-Paylater-Methoden (Rechnungskauf, Ratenkauf), gibt es dafür eine ZWEITE, separate ETN-Datei im eigenen Paylater-Format. Lade beide Dateien in dieselbe Upload-Box; Rechnungskit erkennt am Dateiaufbau automatisch, welche Variante es ist. Die Paylater-Datei kommt per E-Mail zusammen mit der Paylater-Abrechnung oder per SFTP von Unzer.
- Rechnungskit übernimmt die Gebühr je Transaktion und speichert dazu Nettogebühr, Umsatzsteuer und die Bestandteile (Disagio, Interchange, Scheme-Gebühren) mit.
- Ein erneuter Upload derselben oder einer korrigierten Datei ist sicher: Positionen werden über die Unzer-Rechnungsnummer aktualisiert, nie dupliziert.
Im DATEV-Zahlungsexport bucht Rechnungskit die Unzer-Gebühren auf Nebenkosten des Geldverkehrs (vorbelegt SKR03 4970, SKR04 6855) gegen das Unzer-Geldtransitkonto, ohne Steuerschlüssel. Unzers Beispiel-ETN weist auf die Gebühren keine Umsatzsteuer aus (Spalte FEE_VAT_AMOUNT 0), und Umsätze im Zahlungsverkehr sind nach § 4 Nr. 8 Buchst. d UStG steuerfrei. Vertragspartner für Online-Zahlungen ist die Unzer E-Com GmbH mit Sitz in Heidelberg. Weil sie in Deutschland ansässig ist, gilt das Reverse-Charge-Verfahren nach § 13b UStG für diese Gebühren nicht. Bis zum 3. Oktober 2026 war hier versehentlich der Reverse-Charge-Schlüssel 506 vorbelegt; unveränderte Zuordnungen hat Rechnungskit umgestellt. Weist deine Unzer-Rechnung Umsatzsteuer aus, trägt deine Steuerkanzlei in der Zuordnung unzer_fee den passenden Vorsteuer-Schlüssel ein. Die Vorbelegung ist ein Startwert und keine Steuerberatung.
Eine Unzer-Zahlung bucht der Zahlungsstapel vorbelegt als Unzer-Geldtransit an Debitor (SKR03 1363, SKR04 1463), eine Erstattung genau umgekehrt. Die Gebühren aus der ETN fasst Rechnungskit je Unzer-Rechnung zu einer Buchung zusammen, mit dem Rechnungsdatum und der Unzer-Rechnungsnummer als Beleg. Jede Gebühr wird so genau einmal gebucht.
Als Beleg dieser Gebührenbuchung erzeugt Rechnungskit je Unzer-Rechnung eine Gebührenabrechnung als PDF. Herunterladen kannst du sie unter Auszahlungen, und mit eingeschaltetem Belegtransfer zeigt die Buchung per Beleglink darauf (Auszahlungsbelege im Zahlungsstapel).
Auszahlung und Bankeingang
Unzer zieht seine Gebühren von der Auszahlung ab, sofern dein Vertrag nichts anderes regelt (AGB Unzer E-Com, Ziffer 12.1). Überwiesen wird der Saldo einer Unzer-Rechnung, also Umsätze minus Erstattungen, Rücklastschriften und Gebühren. Wann das Geld kommt, legt der Auszahlungszyklus in deinem Vertrag fest: täglich mit einigen Tagen Versatz, wöchentlich oder monatlich am 7. Arbeitstag des Folgemonats (Unzer-Hilfe: Auszahlungszyklen). Auf deinem Kontoauszug steht die Unzer-Rechnungsnummer als Referenz (Unzer-Doku zur ETN-Spalte INV_NO).
Den Tag der Gutschrift enthält die ETN-Datei nicht, und vereinbarte Einbehalte oder Posten außerhalb der ETN können den überwiesenen Betrag verändern. Rechnungskit bucht für Unzer darum keine Auszahlung. Auch keine Abstimmdifferenz, selbst wenn „Auszahlungen buchen“ in den DATEV-Einstellungen eingeschaltet ist. Den Zahlungseingang bucht deine Steuerkanzlei aus dem Kontoauszug gegen das Unzer-Geldtransitkonto, danach steht es auf null, und die Gutschrift landet nur einmal auf dem Bankkonto, auch wenn die Kanzlei ihre Kontoauszüge automatisch einliest. Bei Stripe, Mollie, PayPal und den anderen Anbietern mit Auszahlungsdaten bucht Rechnungskit die Auszahlung weiter selbst, wenn die Einstellung an ist.
In der App heißt eine Unzer-Abrechnung deshalb Gebührenabrechnung und zeigt das Rechnungsdatum, kein Gutschriftsdatum.
Der Upload ist bewusst manuell: Der ETN-Download bei Unzer läuft über eine kurzlebige Portal-Sitzung, die sich nicht unbeaufsichtigt automatisieren lässt.
Grenzen, ehrlich benannt
- Unzer hat keine Auszahlungs-Schnittstelle, und die ETN-Datei nennt kein Gutschriftsdatum. Ein Abgleich gegen den Zahlungseingang auf dem Bankkonto, wie bei Stripe oder Mollie, ist bei Unzer technisch nicht möglich. Basis für Gebühren ist die Unzer-Rechnung (ETN), den Bankeingang bucht deine Steuerkanzlei aus dem Kontoauszug.
Zuordnung und Grenzen der ETN-Positionen
- Die automatische Zuordnung braucht zwei Einstellungen: Das Unzer-Modul im Shop übergibt die Bestellnummer als Unzer-Order-ID (Shopware und WooCommerce standardmäßig; bei anderen Shops in der Modul-Konfiguration prüfen), und der Shop ist unter Verbindungen → Connect als Matching-Quelle der Unzer-Verbindung gewählt. Die Vorschau an der Verbindung zeigt, ob die letzten Zahlungen matchen.
- Am 1. des Monats erinnert Rechnungskit automatisch an den ETN-Upload des Vormonats: als offene Aufgabe im Dashboard und in der Aufgaben-Erinnerung per E-Mail (standardmäßig freitags), mit Direktlink zum passenden Monat im Bericht. Die Aufgabe verschwindet mit dem Upload.
- ETN-Positionen tragen Unzers eigene Transaktionsnummern, nicht die API-Zahlungs-IDs. Summen und Gebühren stimmen automatisch; einzelne Positionen einer Gebührenabrechnung ordnest du bei Bedarf auf /payouts zu.
So findest du es in der App
Rechnungskit ist keine Steuerberatung und keine Rechtsberatung. Dieser Beitrag erklärt allgemeine Zusammenhänge und ersetzt weder die Beratung durch deine Steuerkanzlei (§ 5 StBerG) noch eine Rechtsberatung (§ 3 RDG). Rechnungskit richtet sich an in Deutschland ansässige Unternehmen und bereitet Belege, Steuersätze und Buchungen automatisch auf. Wie dein Einzelfall zu bewerten ist, entscheidest du, im Zweifel gemeinsam mit deiner Steuerkanzlei oder einer Anwaltskanzlei.