Post-Purchase-Upsells und Nachtragsrechnung
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Ein Post-Purchase-Upsell (z. B. FunnelKit UpStroke oder CartFlows in WooCommerce) hängt nach dem Checkout weitere Artikel an die bestehende Bestellung und zieht dafür eine zweite Zahlung ein. Rechnungskit behandelt das automatisch: Die erste Rechnung bleibt unverändert im GoBD-Archiv, für die hinzugekauften Artikel entsteht eine Nachtragsrechnung.
Diese Seite erklärt, wie Rechnungskit den Upsell erkennt, warum eine zweite Rechnung korrekt ist, was mit Versand und Erstattungen passiert und welche Plugin-Einstellung passt.
Wie die Erkennung funktioniert
Rechnungskit vergleicht die aktuellen Bestellpositionen mit den bereits fakturierten Rechnungszeilen und ermittelt die noch nicht abgerechnete Differenz. Stimmt die zweite Zahlung centgenau mit dieser Differenz überein, entsteht die Nachtragsrechnung automatisch:
- eigene fortlaufende Rechnungsnummer
- nur die neuen Artikel
- Fußzeile „Rechnung über nachträglich hinzugekaufte Leistungen zur Bestellung …“
- normaler Versand und DATEV-Export
Die Reihenfolge der Webhooks ist egal. Eine Zahlung, die vor dem Bestell-Update ankommt, wird beim Update automatisch erneut abgeglichen.
Warum eine eigene zweite Rechnung korrekt ist
Der Upsell ist ein zusätzlicher, eigenständiger Kauf mit eigener Zahlung. Umsatzsteuerlich ist das ein weiterer Umsatz, über den eine eigene, vollwertige Rechnung ausgestellt wird. Es gibt keine Regel „eine Bestellung, eine Rechnung“.
Die erste Rechnung bleibt deshalb bewusst unverändert: Sie wird nicht berichtigt und nicht storniert. Eine Rechnungsberichtigung (§ 31 Abs. 5 UStDV) betrifft nur Rechnungen mit fehlenden oder unzutreffenden Angaben, und die erste Rechnung war korrekt. Die Nachtragsrechnung rechnet nur die neu hinzugekauften Positionen ab.
Ein Verweis auf die Rechnungsnummer der ersten Rechnung ist dabei nicht erforderlich, weil es sich nicht um eine Berichtigung handelt. Der Bezug auf die Bestellnummer in der Fußzeile genügt, um den Zusatzkauf eindeutig zuzuordnen. Wichtig ist nur, dass die Nachtragsrechnung selbst alle Pflichtangaben nach § 14 Abs. 4 UStG enthält. Das tut sie: eigene Rechnungsnummer, Leistungsdatum, Entgelt und Umsatzsteuer je Steuersatz.
Leistungsdatum
Das Leistungsdatum der Nachtragspositionen richtet sich nach der tatsächlichen Ausführung:
| Leistung | Leistungsdatum |
|---|---|
| Digitale Leistung | Zeitpunkt der Bereitstellung, in der Regel die Zahlung, wenn Freischaltung oder Download sofort erfolgen |
| Physische Ware | Versand |
In der Praxis wird der Upsell direkt nach der Bestellung angehängt, also bevor die Ware das Lager verlässt. Rechnungskit stellt physische Nachtragspositionen deshalb genauso wie die übrige Bestellung erst beim „Als versendet markieren“ in Rechnung. So stimmt das Versanddatum für alle Positionen. Ein separater, später eigenständig versendeter Nachkauf ist ein eigener Vorgang mit eigenem Versanddatum.
Was die Nachtragsrechnung kostet
Die Nachtragsrechnung ist ein eigener, vollwertiger Beleg mit eigener Rechnungsnummer und eigenem GoBD-Archiv-Eintrag. Sie wird deshalb wie jede andere Rechnung einzeln abgerechnet. Bei einem Upsell entstehen also zwei Belege (die ursprüngliche Rechnung und die Nachtragsrechnung), und beide zählen einzeln in deine monatliche Rechnungskit-Abrechnung.
Nicht verwechseln: Die zweite Zahlung, die der Käufer für den Upsell leistet, geht auf dein eigenes Konto über deinen Zahlungsanbieter. Dass es sich um dieselbe Bestellung handelt, ändert nichts daran, dass zwei Belege erstellt und dir von Rechnungskit einzeln berechnet werden. Details zum Belegpreis findest du unter Preise und Abrechnung.
Wenn keine Rechnung entsteht
Bei Abweichungen erstellt Rechnungskit bewusst keinen Beleg, sondern eine Aufgabe vom Typ „Bestellung nach Rechnungsstellung geändert“ unter /payments. Die Aufgabe nennt den Grund. Nach Klärung kann der Abgleich über „Alle abgleichen“ erneut laufen.
Typische Gründe für die Aufgabe:
- Die Zahlung passt nicht exakt zur offenen Differenz.
- Eine bereits abgerechnete Position wurde in der Menge verändert.
- Die Bestellung trägt bereits einen Storno.
Versandkosten und Erstattungen
Versand
Die Versandkosten der ursprünglichen Bestellung bleiben auf Rechnung 1. Nur ein zusätzlich berechneter Versand-Mehrbetrag erscheint auf der Nachtragsrechnung.
Sein Steuersatz richtet sich nach den nachgekauften Positionen (Nebenleistung). Ein Zusatzversand zu einem 7-%-Artikel wird mit 7 % ausgewiesen. Bei nachgekauften Positionen mit gemischten Sätzen wird der Versand-Mehrbetrag nach dem Bruttowert-Verhältnis der neuen Positionen aufgeteilt.
Erstattungen
| Erstattung über | Zuordnung |
|---|---|
| Zahlungsanbieter | trifft die konkrete Zahlung und damit automatisch die richtige Rechnung |
| Shop | die Rechnung, deren offener Restbetrag exakt passt, sonst entsteht eine Prüfaufgabe |
Plugin-Einstellungen
FunnelKit kennt drei Modi für Upsells:
| Modus in FunnelKit | Ergebnis in Rechnungskit |
|---|---|
| An die Bestellung anhängen | Nachtragsrechnung |
| Als separate neue Bestellung anlegen | normale eigene Rechnung |
| Ursprüngliche Bestellung stornieren und ersetzen („Cancel and Replace“) | Storno plus neue Gesamtrechnung |
Vom Modus „Cancel and Replace“ raten wir ab, weil er Storno plus neue Gesamtrechnung erzwingt. Mehr dazu auf der Seite Upsells und Nachtragsrechnung.
So findest du es in der App
Rechnungskit ist keine Steuerberatung und keine Rechtsberatung. Dieser Beitrag erklärt allgemeine Zusammenhänge und ersetzt weder die Beratung durch deine Steuerkanzlei (§ 5 StBerG) noch eine Rechtsberatung (§ 3 RDG). Rechnungskit richtet sich an in Deutschland ansässige Unternehmen und bereitet Belege, Steuersätze und Buchungen automatisch auf. Wie dein Einzelfall zu bewerten ist, entscheidest du, im Zweifel gemeinsam mit deiner Steuerkanzlei oder einer Anwaltskanzlei.