Upsell nach dem Checkout: Nachtragsrechnung automatisch
Ein One-Click-Upsell nach dem Checkout hängt weitere Artikel an eine bereits bezahlte und fakturierte Bestellung und zieht dafür eine zweite Zahlung ein. Die erste Rechnung darf dabei nicht verändert werden. Rechnungskit erkennt die gewachsene Bestellung, gleicht die zweite Zahlung centgenau mit der offenen Differenz ab und erstellt automatisch eine Nachtragsrechnung über genau die hinzugekauften Artikel, mit eigener Rechnungsnummer.
Zwei Zahlungen, zwei Belege. Deine erste Rechnung bleibt unangetastet im GoBD-Archiv, der Upsell bekommt seinen eigenen sauberen Beleg.
Rechnungen schreiben ist einfach. Rechtssicher schreiben nicht.
Der Unterschied zwischen einem PDF und einer konformen E-Rechnung entscheidet bei der nächsten Steuerprüfung. Rechnungskit schließt genau diese Lücke.
In vier Schritten zur konformen E-Rechnung.
- 01Kunde kauft im Funnel nachNach dem Checkout zeigt dein Upsell-Plugin (z. B. FunnelKit UpStroke oder CartFlows) ein One-Click-Angebot. Der Kunde nimmt an, ohne Zahlungsdaten erneut einzugeben. Das Plugin hängt den Artikel an die bestehende WooCommerce-Bestellung und belastet die hinterlegte Zahlungsart ein zweites Mal.
- 02Rechnungskit erkennt die gewachsene BestellungWooCommerce meldet die geänderte Bestellung per signiertem Webhook. Rechnungskit vergleicht die aktuellen Positionen mit den bereits fakturierten Rechnungszeilen und ermittelt die noch nicht abgerechnete Differenz. Die Reihenfolge der Ereignisse ist egal: Kommt die Zahlung vor dem Bestell-Update an, wartet sie und wird beim Update automatisch erneut abgeglichen.
- 03Nachtragsrechnung entsteht automatischStimmt die zweite Zahlung centgenau mit der offenen Differenz überein, entsteht die Nachtragsrechnung: eigene fortlaufende Rechnungsnummer, nur die hinzugekauften Artikel, Hinweis „Nachtrag zur Bestellung“ und auf Wunsch automatischer Versand an den Kunden. Passt etwas nicht exakt, entsteht keine Rechnung auf Verdacht, sondern eine klare Aufgabe mit dem Grund.
- 04Archiv und DATEV bleiben sauber getrenntBeide Rechnungen liegen revisionssicher im GoBD-Archiv. Der DATEV-Export enthält zwei getrennte Paare aus Erlösbuchung und Zahlungsbuchung, jeweils mit passendem Belegfeld. Eine spätere Erstattung des Upsell-Artikels korrigiert die Nachtragsrechnung, nicht die ursprüngliche Rechnung.
One-Click-Upsells verändern die Bestellung nach dem Kauf
Post-Purchase-Upsells gehören zu den wirksamsten Hebeln für den durchschnittlichen Bestellwert: Direkt nach dem Checkout zeigt der Shop ein Zusatzangebot, der Kunde nimmt mit einem Klick an, die hinterlegte Zahlungsart wird ein zweites Mal belastet. Plugins wie FunnelKit UpStroke oder CartFlows hängen den Artikel dabei standardmäßig an die bestehende WooCommerce-Bestellung.
Für die Buchhaltung ist genau das der Problemfall: Die Bestellung wächst, nachdem die erste Rechnung längst erstellt und verschickt ist. Ein klassisches PDF-Plugin kennt nur den aktuellen Bestellzustand. Es überschreibt die alte Rechnung mit dem neuen Gesamtbetrag oder ignoriert die zweite Zahlung komplett. Beides fällt spätestens der Steuerkanzlei auf: eine Zahlung ohne Beleg, eine Bestellung über 36,58 €, eine Rechnung über 23,59 €.
Die Nachtragsrechnung ist der saubere Weg
Eine einmal erteilte Rechnung ist im GoBD-Archiv unveränderbar. Für den nachträglich hinzugekauften Artikel gibt es deshalb genau drei denkbare Wege, von denen nur einer sauber ist:
| Weg | Bewertung |
|---|---|
| Erste Rechnung nachträglich ändern | GoBD-Verstoß. Der Kunde besitzt zudem bereits das Original. |
| Storno plus neue Gesamtrechnung | Zulässig, aber unnötig: verwirrt Kunden, erzeugt Beleg-Rauschen und birgt § 14c-Risiko, wenn Storno und Neuausstellung auseinanderfallen. |
| Nachtragsrechnung über die Differenz | Eigener Beleg mit eigener Nummer über genau die hinzugekauften Artikel. Beide Rechnungen zusammen ergeben exakt die Bestellung. |
Die Nachtragsrechnung folgt derselben Logik wie Abschlags- und Schlussrechnung: Jedes Dokument rechnet nur den noch nicht abgerechneten Teil ab. Da der Upsell wirtschaftlich ohnehin ein eigener Vertragsschluss ist (neues Angebot, neue Annahme, eigene Zahlung), ist die zweite Rechnung nicht nur zulässig, sondern die natürliche Abbildung des Geschäftsvorfalls.
So erkennt Rechnungskit den Upsell automatisch
Rechnungskit vergleicht bei jeder Bestelländerung die aktuellen Positionen mit den bereits fakturierten Rechnungszeilen. Die erste Rechnung dient dabei als eingefrorener Referenzzustand: Was dort steht, ist abgerechnet; was neu hinzukam, ist die offene Differenz.
Die zweite Zahlung wird gegen diese Differenz geprüft, centgenau. Nur bei exakter Übereinstimmung entsteht die Nachtragsrechnung, automatisch mit dem Hinweis „Nachtrag zur Bestellung“ und auf Wunsch mit automatischem E-Mail-Versand an den Kunden. In allen anderen Fällen erstellt Rechnungskit bewusst keinen Beleg auf Verdacht, sondern eine Aufgabe mit dem konkreten Grund. Auch die Reihenfolge der Webhooks ist egal: Trifft die Mollie- oder Stripe-Zahlung vor dem WooCommerce-Update ein, wartet sie und wird beim Update automatisch erneut abgeglichen.
Versandkosten: einmal vereinbart, einmal abgerechnet
Die Versandkosten der ursprünglichen Bestellung wurden mit dem ersten Kauf vereinbart und auf der ersten Rechnung als Nebenleistung abgerechnet, bei gemischten Steuersätzen korrekt aufgeteilt. Daran ändert der Upsell nichts: Reist der Artikel ohne Aufpreis im selben Paket mit, bleibt die Nachtragsrechnung versandkostenfrei.
Berechnet dein Shop für den Upsell zusätzliche Versandkosten, erscheint genau dieser Mehrbetrag auf der Nachtragsrechnung und wird als Nebenleistung den hinzugekauften Artikeln zugeordnet.
Was die Steuerkanzlei im DATEV-Export sieht
Zwei Zahlungen, zwei Belege, zwei saubere Buchungspaare: Der DATEV-Export enthält für jede der beiden Rechnungen eine Erlösbuchung und für jede der beiden Zahlungen eine Zahlungsbuchung, jeweils mit passendem Belegfeld. Offene-Posten-Listen gehen auf, weil jede Zahlung genau ihrer Rechnung zugeordnet ist.
Auch der Korrekturfall bleibt sauber: Retourniert der Kunde später nur den Upsell-Artikel, korrigiert der Storno die Nachtragsrechnung, nicht die ursprüngliche Rechnung. Jede Änderung an einer fakturierten Bestellung ist zusätzlich im Protokoll dokumentiert, das du und deine Steuerkanzlei gemeinsam einsehen.
Ein Hinweis zu den Plugin-Einstellungen
FunnelKit bietet drei Verhaltensweisen für angenommene Upsells: an die bestehende Bestellung anhängen, eine neue separate Bestellung anlegen oder die ursprüngliche Bestellung stornieren und ersetzen. Die ersten beiden funktionieren mit Rechnungskit vollautomatisch: Anhängen erzeugt die Nachtragsrechnung, eine separate Bestellung bekommt schlicht ihre eigene normale Rechnung.
Vom Modus „Cancel and Replace“ raten wir ab: Er storniert eine korrekt bezahlte Bestellung, was zwangsläufig einen Korrekturbeleg plus neue Gesamtrechnung erzeugt. Das ist zulässig, produziert aber unnötiges Beleg-Rauschen für Kunden und Steuerkanzlei.
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